Meldung vom 25.06.20

Holzenkamp nimmt Kommunen und Privatpersonen in die Pflicht

Gegen eine einseitige Insektenschutzdiskussion hat sich der Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), Franz-Josef Holzenkamp, ausgesprochen. „Neben der Agrar- und Ernährungswirtschaft stehen Kommunen und Privatpersonen in der Verantwortung“, sagte Holzenkamp anlässlich des heutigen zweiten Runden Tisches Insektenschutz. Für ihn ist der Insektenschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Insbesondere der Trend zur Versiegelung von Grundstücken und Hausgärten behindere den Insektenschutz. Hier sei ein Umdenken in der Bevölkerung erforderlich. Erheblicher Verbesserungsbedarf bestehe bei den Regelungen zum Verkauf von Insektiziden. Dazu Holzenkamp: „Ich kann nicht nachvollziehen, dass Insektenvernichter unkontrolliert und in großen Mengen in Lebensmittel-Discountern verkauft werden dürfen, weil sie nicht als Pflanzenschutzmittel, sondern als Biozid zugelassen worden sind.“
Eine Absage erteilte der DRV-Präsident pauschalen Verboten und Auflagen. Für die Agrarwirtschaft biete die Digitalisierung Lösungen, um Flächen wirtschaftlich zu nutzen und gleichzeitig Insekten zu schützen. Durch eine teilflächenspezifische und sensorgesteuerte Ausbringung werde der Einsatz von Pflanzenschutz- oder Düngemitteln reduziert. Die Raiffeisen-Genossenschaften stünden den Landwirten als kompetente Beratungspartner und Technikhändler zur Seite.
„Die Land- und Forstwirtschaft kann Insektenschutz“, stellte der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst, Max von Elverfeldt, fest. Seiner Auffassung nach sollte das Aktionsprogramm Insektenschutz genutzt werden, Anreiz- und Honorierungssysteme aufzubauen, statt nur mit Ordnungsrecht zu arbeiten. „Wenn Ökologie zum Business Model für die Land- und Forstwirtschaft wird, ist das der wirksamere und auch nachhaltigere Weg“, so der Verbandsvorsitzende. AgE (25.06.2020)