Nährstoffbericht zeigt Verbesserungen beim Wasserschutz

Eine „sichtbare Verbesserung bei der Nährstoff-Problematik“ in Niedersachsen, aber auch weiteren Handlungsbedarf belegt nach Einschätzung von Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast der 7. Nährstoffbericht für das Bundesland, den die Landwirtschaftskammer Niedersachsen heute in Hannover vorgelegt hat. Demnach haben sich die Wirtschaftsdüngermengen und der daraus resultierende Stickstoff- und Phosphoranfall in Niedersachsen 2018/19 gegenüber dem Vorjahr verringert.
Die Stickstoffobergrenze wird dem Bericht zufolge jetzt in weniger Landkreisen überschritten als noch ein Jahr zuvor, und der Stickstoffdüngesaldo wurde weiter reduziert. Demgegenüber habe sich allerdings der Phosphatüberschuss wieder erhöht. Otte-Kinast wertete das Gesamtergebnis als ermutigend. Zwar könne von einer Entspannung der Nährstoffsituation auch in diesem Jahr nicht gesprochen werden. Weitere Anstrengungen seien erforderlich. Die Zahlen zeigten aber, dass der von Niedersachsen eingeschlagene Weg richtig sei, so die Ministerin. Der Mix von Maßnahmen für den Wasserschutz greife.
Kammerpräsident Gerhard Schwetje interpretierte den Bericht als Beleg dafür, dass die Regelungen der Düngeverordnung von 2017 griffen und immer mehr Betriebe ihre Wirtschaftsweise entsprechend verändert hätten. Dieselbe Auffassung vertrat die FDP-Landtagsfraktion. Sie warnte zudem vor der 20-prozentigen Unterdüngung, die im Rahmen der Verschärfung der Düngeverordnung für die sogenannten roten Gebiete vorgesehen ist.
Für das Landvolk Niedersachsen zeigen die Zahlen, dass die „Landwirte landesweit ernsthaft mitarbeiten, um Nährstoffeinträge in Gewässer zu verhindern und die Nährstoffobergrenzen einzuhalten“. Laut Einschätzung der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) verdeutlicht der Bericht, dass sich die Branche der Herausforderung Wasserschutz angenommen hat. Bis Maßnahmen griffen, brauche es aber Zeit. Kritik kam von Greenpeace. Angesichts der weiterhin zu großen Nährstoffüberschüsse sei der Nutztierbestand gezielt abzubauen. AgE (02.03.2020)